Börsen-Zeitung, Februar 21, 2012
Mit dem Versuch, die niederländische TNT Express zu schlucken, beweist der US-Paketzusteller UPS, dass Europa als Wachstumsmarkt für amerikanische Logistikkonzerne trotz der anhaltenden Staatsschuldenkrise attraktiv bleibt. So attraktiv sogar, dass an der Börse nach Ablehnung des Gebots sofort auf eine höhere Gegenofferte spekuliert worden ist. Nachdem UPS vor dem Wochenende 4,9 Mrd. Euro für die Nummer 2 im europäischen Expressmarkt geboten hatte, schossen die TNT-Titel am Montag gleich um gut 60 % auf 10,24 Euro nach oben - knapp 14 % über die bisher gebotenen 9 Euro je Aktie.
Als mögliche Konkurrenten in einem Bieterwettstreit werden im Markt die üblichen Verdächtigen gehandelt: Die Deutsche Post, deren Tochter DHL die Nummer 1 im europäischen Express-Geschäft ist, sowie Fedex, der größte US-Wettbewerber von UPS. Letzterer hat in Europa allerdings stets auf organisches Wachstum gesetzt, so dass ein Überbieten des UPS-Angebots von einigen Analysten als unwahrscheinlich eingestuft worden ist. Zumal Fedex-Finanzchef Alan B. Graf die Option einer TNT-Übernahme bereits 2011 als "zu teuer" bezeichnet hatte, als die Titel noch bei 8,50 Dollar notierten.
zum Artikel »